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Bei
Malen sucht Lisa Kölbl-Thiele eher das „Wesen“ vom See als dessen reale
Abbildung. Künstlerische Landschaftsbilder sind keine mehr oder weniger
naturalistischen Spiegelbilder der bunten Naturwelt. Landschaftsmalerei
hat auf faszinierende Weise mit „Welt-Bildern“ ihrer Erschaffer zu tun,
sie sind ein Projektionsfeld mit großer symbolischer Tiefenschärfe
... worum es geht: Das Papier sollte Licht einbinden und so die
Darstellung von Spiegelungen und Lichtreflexen begünstigen. ...Dies alles
zu Gunsten einer Atmosphäre der Ruhe, der Innerlichkeit. Nichts Lautes ist
zu sehen, kein Sturm, keine Menschen, selten einmal ein Tier.
In solcher Ruhe kommt die feine Linie zwischen Land und Wasser zur
Geltung, die Lisa Kölbl-Thiele wichtig ist.
Laudatio von Cosima Kehle, Volksbank Galerie
Lindenberg 2008 |
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Lisa Kölbl-Thiele weiß, daß der menschliche Körper ein
Rätsel ist, weil wir uns selbst immer noch ein Rätsel sind.
... Sie präsentiert uns Körper als Aktdarstellungen. Es sind wunderbare,
fast schwebende Aquarelle, die wir in Augenschein nehmen dürfen. Sie
überzeugen durch souveräne Handhabung des Pinselstriches und der
Lasurtechnik.
Die Künstlerin bevorzugt weibliche Modelle, die sich durch
fleischliche Fülle auszeichnen. Deren massive Präsens läßt Klischees und
Versuche ihrer Instrumentalisierung abprallen. Das Erstaunliche ist nun,
daß
es eigentlich gar keine Körper sind, sondern Leiber, die auf der
Bildfläche erscheinen.
Der Leib ist die Quintessenz aus Körper und Seele. Er macht das
Verletzliche und Flüchtige unserer Existenz sichtbar, aber auch das aus
seiner Vergänglichkeit entspringende Verführerische, seine vorübergehende
Anwesenheit in Zeit und Raum. Ganz entfernt scheint seine Auflösung
erahnbar, die das Handwerk des Todes ist. Aber Leben ist Veränderung und
Bewegung. Dies vermitteln uns die Farben. An den Rändern des Leibes wird
eine blaue Aura sichtbar, die dem voluminösen Körper Tiefe verleiht.
Komplementär dazu im Inkarnat zeigen sich orangene Strichfolgen, der
Haarschopf leuchtet zinnoberrot. Vor allem wie Lisa Kölbl-Thiele die Farbe
Blau einsetzt, die, soweit ich es überblicken kann, ein konstituierendes
Element in ihrer Landschaftsmalerei ist, die einen weiteren Schwerpunkt
ihres künstlerischen Schaffens bildet, darüber ließe sich lange
nachsinnen.
Laudatio von Carsten Norbert
Schulz anlässlich der 29. Blumberger Kunstausstellung 2008 |
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" Von der abstrakten Figur im Linolschnitt bis hin zur
individuellen Frau im zarten Aquarell haben sich die Frauen der Künstlerin
Lisa Kölbl-Thiele im Lauf einiger Jahre entwickelt. ...
Der voluminöse
Körper mit seinen Rundungen durchbricht mit verschiedenen Körperteilen das
strenge klassische Quadrat. Ein Bein, ein Haarschopf oder ein Ellenbogen
bringt Unruhe und sorgt so für einen eigenwilligen Akzent....
Den
farbintensiven Figuren mit den leicht tänzelnden Körpern folgen zarte
Aquarell-Akte. Dies sind Bilder einer Frau, die ruhiger ist, keine Kleider
mehr braucht und auch keinen Halt mehr. Das Stilmittel der schwarzen
Flächen erzeugt eine Spannung, die sich langsam auflöst. In den Akten ist
die schwarze Tusche dann verschwunden und die Figuren stehen frei."
Schwäbische Zeitung
Ausgabe Friedrichshafen 2006 |
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"Und märchenhaft in diesem erweiterten Sinne geben sich
ihre Bilder, in der Mehrheit Zeichnungen in schwarzer Tusche, die dann in
Aquarelltechnik koloriert sind. Filigran erscheinen diese Linien, fast
unbedarft frei in die Fläche gesetzt, oftmals nachkorrigiert, die Umrisse
nur angedeutet, so dass den Aquarellfarben genügend Raum bleibt, eigene
Grenzen zu setzen, eigene Aussagen zu definieren."
Südkurier Ausgabe
Konstanz, 2004 |